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Alessandria

 

 

 

 

Über die Geschichte des MC/MCI Italien ist im Kapitel "Historie" schon so gut wie alles geschrieben. So können wir uns an dieser Stelle ausführlich auf das ultimative Motorradtreffen überhaupt konzentrieren, das alljährlich stattfindende

 

"Raduno dei Centauri".

 

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom, aber so weit wollen wir ja gar nicht. Alessandria liegt etwa 80 km südwestlich von Mailand an der Autobahn Mailand - Genua. Herrliche Touren führen beispielsweise über die alte San Bernardino Straße und den Splügenpass zum Comer See, oder auch über den kleinen St. Bernhard durch das wunderschöne Aostatal. Ebenso ist die Route über den St. Gotthard traumhaft, wenn man den Verlauf nicht gerade über die Autobahn plant. Dieses Jahr werden wir eine Route planen, welche über Zürich und Zug entlang am Vierwaldstätter See nach Andermatt führt. Die Tour führt uns weiter über den Oberalppass, Julierpass nach Silvaplana und schließlich zum Lago di Como. Am Comer See, in der nähe von Sorico befindet sich mehrere Campingplätze, welche zum Übernachten einladen. Dort ist oft der Treffpunkt mit Gruppen, welche eine andere Route durch die Schweiz eingeschlagen haben, z.b. "culo di ferro" aus München.

Aber das ist alles nichts amtliches, denn das sind Dinge, welche jedes Jahr neu ausgemacht werden und dann unter Termine nachzulesen sind. Das Treffen (Rallye) findet seit 1946 jährlich statt, und wenn nicht gerade etwas weltbewegendes dazwischenkommt: immer am zweiten Wochenende im Monat Juli. Somit bestreitet Alessandria im Jahre 2000 das Treffen zum 55'ten mal. Treffpunkt ist am Samstag auf der Piazza Garibaldi im Herzen von Alessandria. Günstige Übernachtungsmöglichkeiten bieten die Campingplätze in Castelazzo Bormida und Bosco Marengo. Wem es nicht so rustikal beliebt, dem stehen einige Hotels zur Verfügung, welche absolut auf Motorradfahrer eingestellt sind. Über die Anfahrt zu den jeweiligen Treffen informieren wir rechtzeitig, so daß sich jeder der will anschließen kann. Das geht natürlich auch etappenweise.

Für diejenigen, welche bereits am Donnerstag oder Freitag vor Ort sind, bietet die Region natürlich auch so einiges an Sehenswürdigkeiten. Diese wären beispielsweise das Castello di Alessandria (s.Bild), das Museo della Battaglia, das Castello di Piovera, der Palazzo Ghilini, die Piazzetta della Lega Lombarda und vieles mehr.

Am Samstags, 08.07.99, ab 10.00 beginnt die Möglichkeit der Einschreibung (geht bis 23.00 Uhr). Im Stadtpark (Viale della Republica), nahe dem Plazza Garribaldi, sind vom MCI / MC Italien kleine Buden aufgebaut, in welchen die Einschreibung möglich ist. Darüber hinaus können dort auch Abzeichen früherer Treffen, Aufkleber des MCI/MC und viele andere Dinge, welche mit der Veranstaltung zusammenhängen preisgünstig bis gratis erworben werden. Die Meldegebühr beträgt 10.000 Lire . Im Preis inbegriffen sind neben der Medaille für das Treffen eine Festschrift, Erfrischungsgetränke, Imbiss, Aufkleber, und andere mehr oder weniger nützliche Dinge.

Am Samstag sind wir vor Ort und geben die notwendige Unterstützung bei der Meldung. Wichtig ist, dass der MCI-MC e.V. Sektion Deutschland als meldende Sektion benannt wird, denn das zählz in der Länderwertung. 1999 belegten wir mit 54 gemeldeten Teilnehmern den 2. Platz und 2000 konnten wir mit 61 Startern sogar die Nummer 1 stellen. Weiter werden die weitgereisten Fahrer, die meisten Teilnehmer, die interessanteste Gruppe, die disziplinierteste Gang und vieles andere mehr bewertet. So genau blickt das keiner. Die Preisverleihung findet übrigens am Sonntagnachmittag statt, aber zurück zum Samstag.

Nach der Meldung kann man den Park genießen, oder sein Domizil einrichten. Der Abend steht im Zeichen der Empfänge, wobei der erste im "Palazzo Comunale" di Alessandria oder im "Palazzo Provincia" di Alessandria stattfindet. Die beiden Palazzi wechseln sich im jährlichen Rhythmus ab, genaueres erfährt man aus der Festschrift. Da geht es wirklich feierlich zu. Der Empfang selbst ist entweder im Freien, oder im ehrwürdigen Parlamentssaal, wobei die Ländersektionen des MCI/MC aufs herzlichste begrüßt werden. Danach gibt es feine Häppchen und Trinkchen, wobei die nicht der Grund dafür sein sollten, das Zeremoniell einmal mitzuerleben. Vielmehr ist es der Eindruck, den dieser Empfang hinterläßt. Man kann sich nicht vorstellen, welche Mühe sich unsere Gastgeber jedes Jahr geben, wenn es darum geht, den Stellenwert der Motorradfahrer für die Region Alessandria aufzuzeigen. Dem sollte auch mit dem entsprechenden Respekt begegnet werden, schließlich sind neben den Bürgermeistern und Clubpräsidenten auch Honoratioren wie der Bischof, oder der zuständige Landrat vertreten, sie alle entbieten ihr "Willkommen". Unsere Sektion hat durch ihre etwas anderen Gastgeschenke (1999 - Kuckucksuhr, 2000 - Wolpertinger) schon einen besonderen Stellenwert eingenommen, die Empfangsmannschaft scheint schon richtig erwartungsfroh, um nicht zu sagen neugierig.

Um 21.00 Uhr findet in der Kirche von Castelazzo Bormida ein Gottesdienst statt, welcher den tödlich verunglückten der Straße gewidmet ist, direkt danach empfängt dann die Gemeindeverwaltung von Castellazzo die nationalen und internationalen Gäste. Schließlich steht in Castellazzo die Wiege des MCI / MC, und darauf sind Castellaner besonders stolz.

Im Anschluss stürzt sich jeder in das Treiben der Altstadt, wobei die folkloristischen Darbietungen, welche in der Nähe des Empfanges in einem sehr gut restaurierten Innenhof stattfinden, sicherlich den Mittelpunkt der Veranstaltungen bilden. Parallel finden Open Air Konzerte statt, vornehmlich in Bosco Marengo in der Nähe des Camping Platzes. Die Festschrift gibt Auskunft über sämtliche Veranstaltungen. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, müßig darauf hinzuweisen, daß sich die Gastronomie von Castellazzo und Alessandria ganz besonders anstrengt, uns Gäste zu verwöhnen.

Am Sonntag, ab 08.00 Uhr besteht weiterhin die Möglichkeit der Einschreibung (bis 12.00 Uhr), wer es also am Samstag nicht gepackt hat, ist noch immer nicht zu spät.

Von Alessandria aus beginnt dann der hochoffizielle Teil des Treffens, die Aufstellung zum Umzug beim "Palazzo di Monsegnore" (Bischofspalast). Er wird abgeholt und nach Castellazzo di Bormida begleitet, wo um 10.00 Uhr der Gottesdienst mit der Weihe der Zentauren und aller Motorradfahrer durch den Bischof stattfindet. Dieser dauert bis etwa 10.00 Uhr, und dann beginnt die gemeinsame Fahrt, der ultimative Konvoi nach Alessandria. Eine Unmenge von Motorrädern aus aller Herren Länder macht sich auf den Weg, hinter den Honoratioren, den Zentauren und dem MCI/MC Italien. Ein buntes Völkchen auf zwei Rädern, man muß es erlebt haben. Ziel ist wieder der Park in Alessandria, vorbei am Rathaus der Stadt, wo die ehrenwerten Vertreter des Gastgebers die Parade abnehmen. Jeder Motorradfahrer, ganz besonders aber die einzelnen Länder-Sektionen geben sich und Ihren Gastgebern die Ehre des Saluts. Ein imposantes Schauspiel, das man nicht beschreiben kann, auf neudeutsch einfach geil.

Die Eindrücke, welche man während des Konvois sammelt, bleiben ewig in Erinnerung. Fremde Menschen, in einem fremden Land, stehen in Mengen an der Straße und jubeln einem zu. Unglaublich. Es ist nur sehr schwer zu beschreiben, was sich dort abspielt, man hat den Eindruck, daß alle Menschen in der Region auf den Beinen sind, um uns Motorradfahrer zu begrüßen. Es ist übrigens das größte Fest der Region. Man geht zum Mittagessen und diskutiert über das bisher erlebte.

Ab 15.00 Uhr findet dann die Preisverleihung statt, wobei die Zeit bis dahin wie im Flug vergeht. Das bunte Treiben im Park lädt ein zum Verweilen und Genießen. Insgesamt werden unzählige Preise verliehen. Ein stattlicher Bestand dieser Pokale und Teller befindet sich bei Elmar Walter, eine kleinere Anzahl bei Wolfgang.

Das Treffen endet offiziell mit der Preisverleihung, aber Alessandria und Castellazzo geben sich auch danach noch die Ehre. An vielen Restaurants und Bars sieht man Motorräder stehen, andere treffen sich an den Bars der Campingplätze, einig sind bereits auch wieder auf dem weg nach Hause. Jeder mit seiner Erinnerung an das Wochenende, einem der interessantesten Motorradtreffen, die es gibt. Man muß es erlebt haben!

Unsere Truppe trifft sich in aller Regel am Nachmittag auf dem Campingplatz unserer Wahl. derzeit bevorzugen wir den in Bosco Marengo, weil er in jeder Hinsicht der besser organisierte ist. Nur ist nicht in jedem Jahr gewährleistet, dass nur der Platz in Castelazzo Bormida geöffnet ist. In den vergangenen Jahren wurde der Nachmittag durch einen Imbiss bereichert, den uns Mama Angela spendiert hat. Sie bringt Sandwiches und Wein. Seit der Unwetterkatastrophe im Jahr 1994 ist sie die Mutter der Sektion.

Berichte von den Treffen:            1999           2000

 

 

© Wolfgang Hofmann20.08.2000